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Buchreview: Und dann bin ich auf den Baum geklettert

Dirk Rossmann “…dann bin ich auf den Baum geklettert!”

Die Biographie von Herrn Rossmann ist nicht nur eine Aufzählung seines Werdegangs, sondern zudem noch voller Anektoden und Lebensweißheiten. Wertvoller Kontent und Einblicke in die Leben seiner Begegnungen. Von einem Nachkriegskind wo die Ärzte im Jungen alter noch meinten “gehen Sie mit dem Jungen nach Hause, damit er wenigstens im Kreise der Familie stirbt”. Ein Kämpfer vom ersten Tag an. Das Buch ist aufregend und lebhaft geschrieben. Auch wenn es hin und wieder Chronologische Zeitsprünge gibt ziehen sich die Themen wie ein roter Faden durch das Buch.

Fast jede Seite behinhaltet eine Anektode oder ein Zitat das es Wert ist abgeschrieben zu werden. So langsam kommt man im Laufe des Buches immer mehr hinter dem Geheimnis von dem Rossmann Drogeriemarktes. Die Herr Rossmann offen und freizügig preisgibt. Auch hat er keine Hemmungen positiv von seinen (teilweise befreundetet) Mitbewerbern zu reden. Aus einer kleinen Drogerie in Hannover ist eine SB-Drogerie-Kette geworden. Welche mit einem neuartigen Konzept den Markt und die Welt verändert hat.
Auch erzählt er von seinen Humanitären Einsätzen. Wenn er z.B. den “Spiegel” in den neu eröffneten Osten schmuggeld umd diesen dort zu verteilen bevor rechte populisten sich dort breit machen. Oder aber in das vom Kältetod bedrohten Moskau fährt um vor Ort sicher zugehen das die Güter auch verteilt werden und nicht auf dem Schwarzmarkt der UDSSR landen.

Sein Leben ist geprägt von Entscheidungen und Bekanntschaften mit wichtigen Persönlichkeiten. Er hatte nie Schwierigkeiten jemanden direkt anzusprechen und Kontakt aufzubauen. Durch seine Sympatische Art entstanden so viele Kontakte in den höheren Unternehmerkreisen. Gerhard Schröder, Christian Wulf, Martin Kind und Carsten Maschmeyer sind nur einige von Ihnen.

1996 stand das Unternehmen fast vor dem Konkurz. Unter anderem wohl auch durch seine Aktienspekulationen und die dadurch entstandene wenige Zeit die er in seine Firma steckte. Nach einer Beipassoperation wurde er wachgerüttelt und änderte sein Engagement in der eigenen Firma. Er arbeitete härter und ging neuere Wege. Unter anderem wurde die “Ideen Welt” von Tschibo erfolgreich in den eigenen Laden eingebunden. Zudem entstand eine Vielzahl an Eigenmarken. Wie Isana und Babydream. Insgesamt 30 Eigenmarken mit insgesamt 4600 Artikeln führt Rossmann mittlerweile. Alle mit gleicher oder bessere Qualität als die Markenartikel, aber mit einer für den Discounter viel besseren Marge.

I. Werden
II. Wachsen
III. Sein

5 Learnings:

  1. Mut ist wichtig, niemals Aufgeben und Chancen nutzen
  2. Lerne fürs Leben/ Persönlichkeitsentwicklung (S. 116)
  3. Nichts ist Selbstverständlich/Toilettenpapier, Presse ist Wertvoll (S.124 + S.149 S.151)
  4. Das Zauberwort lautet Eigenmarken (S.140)
  5. Beziehungen

Das Lebensglück hänge von drei Faktoren ab:
– Was einer ist
– Was einer hat
– Und was einer in den Augen anderer vorstellt
Während Besitz oder Ehre, Rang und Ruhm recht flüchtige Schätze sein können, ist das wirklich Einmalige und Kostbare die Persönlichkeit. Niemand kann sie einem wegnehmen.

Eine gewaltfreie Erziehung fördere den aufrechten Gang.
Resilenz: die Kraft, sich auch durch Niederlagen nicht vom Kurs abbringen zu lassen, die Kraft, Widerstand zu leisten.

5. Beziehungen:

– Christian Pfeifer – Kriminalpsychologe und Autor von Rossmann Kundenzeitschrift. “Auf diese Weise erreiche ich mit meiner Arbeit den Otto Normalverbraucher, der keine Fachliteratur liest. Diese Tür geöffnet zu bekommen, dafür bin ich dankbar”
– Christian Wulf
– Anton Schlecker
– Götz Werner (DM)
– Horst Hirschler
– Eberhart Kriesel
– Hans-Dieter Harig (Ex- Vorstand PreussenElektra AG)
– Dietrich Hoppenstedt (Ex-Präsident Deutsche Sparkasse)
– Rainer Feuerhake (Ex-Finanzchef TUI)
– Sepp Heckmann (Chef Hannover Messe)
– Hannes Rehm (+2017 Vorstandvorsitzender Norddeutschen Landesbank)
– Martin Kind (Kind Hörgeräte + Hannover 96)
– Casten Maschmeiyer

Gottvertrauen: Ein Vertrauen darauf, dass alles gut gehen wird. Am Ender wird alles gut. Diese Einstellung ist keine Frage von Reichtum oder Macht, so habe ich schon gedacht, als ich noch überhaupt kein Geld besaß. Damals, in meiner Jugend, als ich auf dem Baum ausharrte, da dachte ich auch, es wird schon alles gut werden. Ich glaube, meine Mutter hat mir immer vertraut. Sie wusste, ich würde es schon richtig machen. (s. 191)

Danke: Wir sagen es tagtäglich, meistens in banalen Situationen, aber dort, in Tansania, hörte ich es zum ersten Mal. (S.19)

“Ein Leben ohne Zuversicht ist unerträglich und macht alles schlimmer und nichts besser” (S.195)

Erst durch eine vernünftige Finanz- und Wirtschaftspolitik wird eine gute Sozialpolitik finanziell möglich. (S.196)

Ökonom Hans-Werner Sinn beschrieb das Grundproblem mit der Hilfen für die hoch verschuldeten EU-Staaten im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin BILANZ folgendermaßen:>> Das ist wie bei Ihrem Nachbarn, der in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und von seiner Bank kein Geld mehr bekommt. Er bittet Sie um Hilfe, und Sie geben seiner Bank eine Bürgschaft. Dann erhält der Nachbar wieder Geld von der Bank; er kann in den Urlaub fahren, sich ein neues Auto kaufen – und alles scheint in Ordnung zu sein. Das ist genau das, was in Europa passiert ist. Nur ist diese Hilfe nicht nachhaltig, weil sie nicht hilft, die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.<< Diese Worte erinnern mich stark an den Ratschlag von “Der reichste Mann von Babylon”. Leihe Niemanden Geld, der seine Schulden nicht bezahlen kann. (S.197)

Ich versuche, meine persönliche Entschleunigung ohne ständige Erreichbarkeit zu leben. Was nur möglich ist, weil ich ein eingespieltes Team um mich habe, das mir vieles abnimmt. Nicht wenige Menschen kommen mit den rasanten Entwicklungen nicht mehr mit. Sie verstehen unsere Welt nicht mehr. Es ist nicht mehr ihre Welt. Sie sollten sie sie auch vestehen? Und die Folge? Angst! Die Ängstlichen klammern sich an diejenigen, die ihnen möglichst einfache Antworten auf die Fragen und simple Lösungen für die Probleme unserer Zeit anbieten. S.199

>>Wenn man gar nichts macht, kommt man auch nicht voran<<

-Erfolg zieht bekanntlich weiteren Erfolg nach sich. (S.231)
>Ich lasse mir nichts diktieren, ich sitze hier und denke< (S.232)

 

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